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Kräuter im Pfarrgarten Irschen

18. August 2017

Was man in Irschen alles so findet…

Das Natur- und Kräuterdorf Irschen in Kärnten ist ein wahres Paradies für Kräuterliebhaber. Wohin das Auge blickt befinden sich Alpenkräuter, wilde und kultivierte Kräuter, Garten-, Küchen-, Gewürz- und Heilkräuter. Es reihen sich Kräutergarten an Kräutergarten, und wir kommen vor lauter Staunen nur schleichend voran. Irgendwann doch im Kräutergarten der Pfarre Irschen angekommen, haben wir uns diesen samt Umgebung etwas genauer angesehen und dort eine kleine Kräuterwanderung gemacht. Zu finden ist in dem Garten wirklich alles was das Kräuterfeen-Herz begehrt.Die Wahl fiel uns nicht leicht. Wir haben uns aber doch, schweren Herzens, für Quendel, Baldrian und das Mädesüß entschieden.

Auf natürliche Art gesund werden.

Alles über den Quendel:


Der kleine, krautartige Strauch ist den meisten zwar bekannt, doch wissen die wenigsten, dass es sich um die wilde, heimische Form des vertrauten Thymians handelt. Von Juni bis September ist der Quendel, mit seinen dichten zylindrischen und hellvioletten Blütenköpfchen, an sonnigen und trockenen Standorten zu finden.

Nicht höher als 10cm ragen die Triebe in die Höhe und bilden dabei gerne bodendeckende Polster. Der Stängel ist, wie bei fast allen Arten der Lippenblütlern (Salbei, Gundelrebe, Basilikum, Oregano), vierkantig.

Diese Pflanzenfamilie kennzeichnet sich durch ihre würzig-aromatischen ätherischen Öle. Ihre Vertreter sind daher als Küchen- und Würzkräuter allgemein sehr beliebt- so auch der Quendel. Blätter sowie Blüten des „wilden Thymians“ verfeinern jede Speise. Sie eignen sich auch bestens zur Herstellung von Kräuteröl und Kräuteressig.

 

Als Heilpflanze ist der Quendel als Tee, Sirup oder Tinktur sehr vielfältig einsetzbar. Hervorzuheben ist die krampflösende und desinfizierende Wirkung bei Entzündungen der Atemwege, wie Husten und Bronchitis. Früher wurde Quendel als „Antibiotika der armen Leute“ bezeichnet. Sein weiterer volkstümlicher Name, „Liebfrauenbettstroh“, kommt daher, dass das Kraut gebärenden Frauen ins Bett gestopft und gleichzeitig als Quendel-Tee verabreicht wurde. Seine beruhigende und krampflösende Wirkung sollte bei der Geburt unterstützend wirken.

Das unscheinbare Mädesüß

Das im Sommer gelblich-weiß blühende Mädesüß finden wir meist dort, wo man sich auch Erkältungen mit Fieber und Kopfschmerzen leicht holt. Nämlich an feuchten und kühlen Standorten. Genauer gesagt, finden wir es in Gräben, Nasswiesen und am Bachufer.

Die bis zu 1,5m hohen Stängel sind meist rötlich überlaufen, der Blütenstand des Mädesüß rispenartig und die Blätter stark gefiedert. Schon beim Sammeln der Blüten verströmen diese einen intensiven Geruch der an eine Apotheke erinnert. Das liegt vor allem an der wirksamkeitsbestimmenden Salicylsäure.

Dank dieses Inhaltsstoffes wirken Tee und Tinktur aus den Blüten schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend sowie indernd bei Erkältungen, Kopfschmerzen oder Rheuma. Die wirksame Salicylsäure ist der Wirkstoff des Aspirins. Der ehemalige botanische Gattungsname „Spiraea“ diente ihm als Namensgeber. Auch in der Küche wird das Mädesüß gerne wegen des vanille- mandelartigen Aromas zum Verfeinern von Desserts und Getränken verwendet. Aber Achtung: Bei Überdosierung kann es zu Übelkeit und Magenbeschwerden hervorrufen.

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Baldrian im Detail

‚Baldrian ist das Mittel der Wahl, will man Hetze oder unruhige Zeiten besser überstehen.‘

Dieses Zitat von Mannfried Pahlow bringt es wohl genau auf den Punkt. Zubereitungen aus Baldrian, wie Tee oder Tinktur, wirken beruhigend und entspannend. Anwendungsgebiete wären Nervosität, Einschlafstörungen, nervöse Magen- Darmbeschwerden oder geistige Überarbeitung. Abends getrunken macht Baldrian schläfrig. Untertags entwickelt er seine beruhigende Wirkung.

 

Für Heilzwecke wird die Wurzel verwendet, welche im Herbst oder Frühling ausgegraben wird. Sie enthält am meisten der wirksamkeitsbestimmenden, ätherischen Öle. Der Baldrian-Geruch wird von uns Menschen meist als penetrant empfunden. Katzen jedoch lieben ihn und verfallen in ekstatische Zustände. Es wird vermutet, dass der Geruch den Sexualstoffen der Katzen ähnelt weshalb man den Baldrian auch Katzenkraut nennt.

 

Der im Sommer hellrosa blühende Baldrian wächst an feuchten Standorten, wie an Flussufern und auf feuchten Wiesen. Die Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden.

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