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Ostern in Österreich

9. März 2017

So feiert jedes Bundesland

Urtypische Traditionen von Vorarlberg bis ins Burgenland

Zu Ostern ist Österreich nicht nur bunt an Natur, sondern auch an Kultur und Tradition. Langjährige und urtypische Bräuche werden bis heute noch gelebt. Bräuche, die weitaus tiefer gehen als der überall bekannte Osterhase. Im Laufe der Zeit hat jedes Bundesland seine eigenen Traditionen entwickelt. Welche, verraten wir schon heute:


Burgenland: Osterwasser schöpfen

Sonnenaufgang am Ostersonntag. Während die Kinder noch schlafen und der Osterhase die letzten Geschenke versteckt, sind junge Frauen bereits auf den Beinen. Sie machen sich auf den Weg zu naheliegenden Quellen oder Brunnen, um das traditionelle Osterwasser zu schöpfen.

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Das Osterwasser gilt als Symbol des Lebens. Dem Volksglauben nach soll es Frauen jung und schön halten und die Fruchtbarkeit fördern. Das Stichwort für die Herren im östlichen Burgenland. Dort werden die Frauen mit dem Osterwasser überschüttet. Charmant!

Oberösterreich: „Godn-Küpfi“

In Oberösterreich steht nicht nur der Hase zu Ostern im Rampenlicht, sondern auch die Taufpaten. Denn neben Ostern wird auch der sogenannte „Godntag“ gefeiert. Eine Tradition, die sich das Mostviertel und Oberösterreich teilen.

 

An diesem Tag besuchen Taufpatinnen und Taufpaten ihre Schützlinge zu Hause. Mit im Gepäck ist eine köstliche Süßigkeit: Das Godn-Küpfi. Der geflochtene Brioche wird traditionell zu einem Kipferl geformt, mit Minze bespickt und mit Ostereiern überreicht.

 

>Rezept gibt es hier!<

 

Mmmmmh …

Niederösterreich: Sohr und „Eingreanln“

In Niederösterreich gehen auch die Tiere an Ostern nicht leer aus. Tradition im Wein- und Mostviertel ist die Ostergabe an das Vieh, auch „Sohr“ genannt. Diese besteht aus Brot, Salz und taunassen Getreidespitzen.

Im Waldviertel ist es hingegen Brauch, Spätaufsteher mit einer Portion Sohr zu wecken. Auch bekannt unter dem Namen „Eingreanln“. Da bleiben wir lieber bei den Ostereiern (oder in Oberösterreich).

Ursprünglich wirksam. Mit der Kraft der Alpen.

Tirol: Palmlatte, Palmstange, Palmesel

Eine Woche vor Ostersonntag wird in vielen Gemeinden Tirols der Palmsonntag groß gefeiert. Besonders Imst und Schwaz sind bekannt für ihre Prozessionen. Traditionell wird am Palmsonntag die längste Palmstange in der Umgebung gekürt. Junge Burschen tragen bis über 30 Meter lange Palmlatten zum Dorfplatz und müssen diese anschließend vor der Kirche aufrichten.

Leichter gesagt als getan. Denn durchschnittlich wiegen Palmstangen um die 300 Kilogramm. Fällt die Palmlatte um, bekommt der Schuldige den Titel Palmesel. Weniger fies ist die Gemeinde Thaur. Mit scharfen Messern und ruhigen Händen wird ein lebensgroßer Palmesel aus Holz geschnitzt und am Palmsonntag von Ministranten bis hinauf zur Romedi-Kirche gezogen.

Kärnten: Osterhaufen heizen und Böller schießen

Damals, in den guten alten Zeiten, begann der Ostersonntag in Kärnten bereits um 3 Uhr morgens. Um diese Uhrzeit, nicht früher und nicht später, wurde zur Auferstehung Christis das Osterfeuer entzündet. Wobei die Kärntner dazu „Osterhaufen heizen“ sagen (in Hochdeutsch übersetzt). Der nächste Brauch stand um 6 Uhr morgens auf der Tagesordnung − eine Tradition, die bis heute im westlichen Kärnten noch gepflegt wird: das Böllerschießen.

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Bewaffnet mit speziellen Böllergeräten aus Gusseisen und mit Schwarzpulver entzündet, schießen die Herren des Hauses in die Luft. Das nächste Mal um 12 Uhr mittags, dann wieder zum Abendgebet.

Vorarlberg: Auf zur Fleischweihe

In Vorarlberg beginnt Ostern schon am Karsamstag. An diesem Tag sind die Kirchen der Gemeinden besonders voll. Traditionsgemäß besuchen viele Familien mittags die Kirche und lassen ihren mitgebrachten Korb, gefüllt mit Schinken, Eier und Brot, segnen.

Mit dieser Weihung ist die Fastenzeit offiziell beendet und das Schlemmen kann wieder beginnen.

Steiermark: Ratschen und der Osterspaziergang

Wie in Kärnten wird es auch in der Steiermark zu Ostern laut. Junge Buben und Mädchen ziehen von Gründonnerstag bis Karsamstag durch den Ort und ratschen, was das Zeug hält.

Das Ratschen zeigt die alten Gebetszeiten an (morgens, mittags und abends) und soll das Läuten der Kirchenglocken ersetzen. Diese fliegen einer Legende nach über Ostern nach Rom, um zu trauern. Ein alter, steirischer Brauch ist auch der Osterspaziergang.

Während man die sich erneuernde Natur begrüßt, wird der Winter verabschiedet.

Salzburg: Brautschau zu Ostern

Das gibt es nur in Salzburg: ein Brauch, der Gelegenheit zum Anbandeln bietet. Der übliche Kirchgang nach dem Osterfrühstück wird in Salzburg neben religiösen Gründen auch zur Braut- und Bräutigamschau genutzt.

Im Salzburger Lungau kommt es am Ostermontag gleich zur Tuchfühlung. Beim traditionellen „Gonesrennen“, eine Art Fangspiel, kommen sich Männlein und Weiblein etwas näher. Wer braucht schon den Valentinstag, wenn’s Ostern in Salzburg gibt?

Wien: Prater und Schönbrunn

Egal, in welchem Bundesland Sie zu Hause sind, zu Ostern kommt die Familie immer zusammen. In Wien zieht man nach einer ausgiebigen Osterjause gemeinsam in den böhmischen Prater. Am Ostersonntag und Ostermontag sind Attraktionen hier besonders günstig und die Stadt Wien organisiert jährlich eine Schnitzeljagd für Kinder.

Oft besucht wird auch der berühmte Ostermarkt am Schloss Schönbrunn. Er ist nicht nur das Reiseziel vieler Touristen, sondern auch bei Wienern sehr beliebt.

Wo auch immer Sie Ostern feiern werden:
Wir wünschen Ihnen schon im Voraus ein schönes Fest.

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